Buch vergilbt – was tun gegen Gilbe?

Keine Angst, wenn das Buch vergilbt, leidet weder Qualität noch Lesbarkeit des Buches – zumindest im „Anfangsstadium“.

Was die Gilbe genau ist, wie sie voranschreitet, und was man dagegen tun kann – all diese Informationen gibts in diesem Artikel.

Ebenso gehe ich in diesem Artikel auf den Farbstich ein, erkläre den Unterschied zum vergilben von Büchern, und gebe Tipps zur Vermeidung bzw zum rückgängig machen.

Unterschied zwischen Farbstich und Gilbe

Im Prinzip ist die Gilbe ein natürlicher Zersetzungsprozess des Papiers, um es kurz zusammenzufassen. Bakterien lösen unter zuhilfenahme des Sonnenlichts das Papier in seine chemischen Besandteile auf.

Der Farbstich wiederum ist ein mehr oder weniger gewollter Effekt. Wer sich noch an die Fotos der 1970er und 1980er Jahre erinnern kann, kennt den komischen, orangefarbenen Farbstich. Der Grund ist schlicht die damalige Herstellungsweise des Fotopapiers und auch die Art der Fotoentwicklung.

Ausserdem dachte wohl kein Mensch daran, das die Fotos in vierzig, fünzig Jahren noch mal rausgekramt und angesehen werden. Das gleiche gilt übrigens für Bücher…

Alles wissenswerte zur Gilbe

Das Buch vergilbt – wieso?

Genauer betrachtet tritt das „vergilben“ (auch Gelbstich oder Gilbe genannt) von gebrauchten Büchern als natürlicher chemischer Prozess auf. Wenn das Buch vergilbt, werden die Gelbstoffe, die bereits im Rohprodukt (Papier, Textilien, oder auch Kunststoffe) vorhanden sind, abgebaut und zersetzt.

Der Einfluss der Sonne

Direkte Sonneneinstrahlung beschleunigt diesen Prozess um ein vielfaches. Das ist auch der Grund, wieso es in vielen Bibliotheken so schummerig halbdunkel ist – die Bücher leben einfach länger.

Auch der in den meisten  Büchereien vorherrschende „muffige“ Geruch ist nichts anderes, als das riechbare Nebenerzeugnis der Bakterien, die das Papier zersetzen.

Das Buch vergilbt – Erste Anzeichen

Wenn das Buch vergilbt, bekommen einzelne oder alle Seiten einen leichten, gelblichen Farbstich. Diese Verfärbung tritt bei allen Romanen und Sachbüchern nach mehr oder weniger langer Zeit auf. Ausnahmen sind nur sehr hochwertige Bücher, das heisst das Papier ist sehr hochwertig und meist vorbehandelt.

Dies ist sozusagen der erste, sichtbare Teil des „Verrottens“ des Buches bzw. des Holzes, aus dem das Papier des Buches gemacht wurde. Wer sich schon mal gefragt hat warum es in Büchereien oder in Bücherzimmern so „muffig“ riecht, auch Baktieren müssen mal Dampf ablassen.

Meist tritt die Gilbe an den Seitenaussenrändern als erstes auf, da sie dort am ehesten Kontakt mit dem Sonnenlicht, dem Auslöser des vergilbens in Kontakt kommen.

Buch vergilbt – Abhilfe

Gegen Vergilbung (Gelbstich oder im fortgeschritteren Stadium Braunstich) wurde bis vor nicht allzu langer Zeit an unbunten (v.a. weissen) Flächen des Buches (meist die Seiten) Wäscheblau und/oder Bleichmittel eingesetzt.

Aktuell wird mit Aufhellern oder dem vergilben vorbeugenden chemischen Zusatzstoffen schon bei der Produktion des Papiers bzw dem Druck versucht, dem Problem beizukommen (v.a. bei Kunststoffen, aber auch Textilien und Büchern).

Hausmittel, die gegen das Vergilben helfen bzw. die Gilbe rückgängig machen können

  • das einfachste und preisgünstigte Mittel ist das Lagern in dunklen, trockenen Räumen ohne direkte Sonnenbestrahlung der Bücher.
  • alternativ die Bücher so ins Regal stapeln, das der Buchschnitt nach hinten zeigt (man sieht also nur den Buchrücken).
  • die Luxusvariante ist das Buch zum Buchbinder bringen, der rundum ein paar Millimeter abschleift.

Einscannen

Man kann teure oder emotional wertvolle Bücher einfach einscannen (Familienstammbäume oder Fotoalben) – es lohnt sich!

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Abfeilen:

Wer kein Schleifpapier daheim hat, kann auch eine (hochwertige) sehr feine Nagelfeile nehmen. Auch hier gilt: Vorsichtig vorgehen und erst einmal an einer an einer unauffälligen Stelle ausprobieren.

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Das Abschleifen des Buchschnitts selbermachen:

einfach einen Bogen sehr feinkörniges Schleifpapier (am besten in der Farbe Weiss) mit mindestens einer 240er Körnung vorsichtig verwenden (nicht auf der Schrift schleifen).

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Farbstich und Gilbe – Ursachen, Unterschiede und Korrekturmöglichkeiten

Obwohl umgangssprachich meist als Synonym benutzt, gibt es doch einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen einem vergilbtem Buch und einem mit Farbstich.

Während die Gilbe ein natürlicher Vorgang ist, der fast nicht zu vermeiden sein wird, ist der Farbstich ein technisch verursachtes Problem.

Korrekturmöglichkeiten des Farbstiches

Da der Farbstich ein künstlich hervorgerufener und deshalb gewollter Aspekt des Papiers ist, kann man ihn relativ leicht rückgängig machen. Dies gilt vor allem dann, wenn der Farbstich gleichmässig verteilt ist. Aber auch bei ungleichmässigem Farbstich einfach als Hintergrundfarbe weiss auswählen – fertig!

Die einfachste, schnellste und kostengünstigste Möglichkeit besteht darin, die Fotos oder Bücher einzuscannen, und mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop* oder dem kostenlosen GIMP zu bearbeiten. Eine Anleitung, wie man das mit GIMP bewerkstelligen kann, gibts hier.

Alternativ kann man die Fotos aus Kindertagen auch sonnenlichtgeschützt im Keller liegen lassen, und erspart sich manche den Peinlichkeit. War ein Scherz 🙂

Fazit

Dass das Buch vergilbt, ist im Prinzip aber ein „natürlicher“ Vorgang, der zumindest anfangs niemand schadet. Und ganz ehrlich: So ein bisschen Verfärbung macht doch erst den Charakter eines guten, alten Buches aus.

Im Gegensatz dazu ist der Farbstich mehr oder weniger gewollt. Gründe können sein:

  • Farbfilter beim Fotografieren (gerne auch beim Handy benutzt)
  • zu starker oder zu schwacher Blitz
  • schlechte oder unnatürliche Belichtung
  • billiges Fotopapier
  • billige Fotokamera
  • beim Entwickeln der Bilder benutzen die Fotolabore Standardeinstellungen der Blichtungssoftware. (es muss schnell und kostengünstig gehen, und in der Mehrheit „passt“ es ja).
  • auch bekommen Fotos mit steigendem Alter einen mehr oder weniger grossen Farbstich. Gründe: Falsche Lagerung, d.h. nicht trocken, nicht sonnenlichtgeschützt oder schlicht und ergreifend die vor Jahrzehnten schlechtere Papierqualität kombiniert mit oft billigen Kameras.

3 Kommentare

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